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SanftMUT | Meditation und der Mut, sein Herz mit der Welt zu teilen

SanftMUT | Meditation und der Mut, sein Herz mit der Welt zu teilen

Ein weiches und offenes Herz kommt in der rauen Wirklichkeit des modernen Alltags oft unter die Räder. Deshalb versuchen wir es in Sicherheit zu bringen. Wir verstecken unsere Gefühle, Emotionen und zarten Empfindungen hinter Schalen und Masken oder bringen es ganz in Sicherheit: Hinter Mauern aus Unnahbarkeit oder in den Festungen emotionaler Kälte.

Wer einmal unglücklich verliebt war und dem „das Herz gebrochen“ wurde, tut sich schwer, dieses Herz noch ein mal zu öffnen. Die Angst vor erneuter Verletzung mag uns zwingen, unser zartes und verwundbares Herz tief zu vergraben und in Sicherheit zu bringen. Wenn die Welt von außen anklopft und teilhaben möchte an der Wärme und dem Mitgefühl, zu der jeder Mensch – auch der grausamste – im Grunde seines Herzens immer fähig ist, halten wir diesen Zugang vorsichtshalber geschlossen, verriegelt oder zubetoniert. Das hält vielleicht mögliche Bedrohungen von außen ab … aber wir haben damit den Zugang zu unseren zartesten Empfindungen auch für uns selbst abgeschnitten.

Das Aufrechte in der Meditation kommt daher, dass wir einen starken Rücken haben. Wenn wir mit festem Rückgrat eine gute Haltung einnehmen, kann unsere Brust und unser Herz sich nach vorne hin öffnen. Mit jedem Ausatmen geht unsere Achtsamkeit in den offen Raum. Unser Geist mischt sich mit Raum. Wird weit und öffnet sich Atemzug um Atemzug. Immer wieder neu. Hinausgehen in den offenen Raum.

Das mag manchmal erschreckend sein, weil der Raum da draußen unbekannt ist. Wir verlassen das Vertraute und haben keine Garantie, dass das Wagnis der Öffnung gut gehen wird. Aber wir haben ja schon die Erfahrung des WageMuts. Wir wissen, dass unser eigentliches Potential jenseits unserer Komfortzone beginnt. Dass wir die Angst überwinden und aus unserem engen Kokon heraustreten müssen, wenn wir auf eine weite und große Welt neugierig geworden sind.

Unser Herz möchte nach draußen. Möchte lieben und sich verschenken. Möchte sich verlieren im Anderen und möchte über sich selbst hinaus wachsen.

Die Übung der Meditation bringt uns wieder in Kontakt mit unserem lebendigen, warmen und mitfühlenden Herzen. Wenn Körper und Geist sicher und fest in der Wirklichkeit unseres Lebens zur Ruhe kommen, dann wird das zur Grundlage einer wunderbaren Entdeckung. 

Man kann mit einem wachen und offenem Herzen leben obwohl es so zart und verletzlich ist. Wir können die Stärke und Kraft entdecken, die in unseren weichen und verwundbaren Herzen liegt. Mutige und tapfere Menschen können die Gefühllosigkeit und Leere des modernen Lebens abschütteln. Wir alle können die ursprüngliche Berührbarkeit und Würde unseres offenen und furchtlosen Herzens wieder entdecken und zu einer gelebten Wirklichkeit machen. 

Dazu braucht es Mut – Sanftmut.

Meditation und Mut – Intensivwoche im Kloster Kostenz

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